Aufklärungsarbeit
Burnout / Depression
Wie entsteht ein Burnout ?
Und wohin kann ein Burnout führen ?
Die Gründe für ein Burnout sind sehr unterschiedlich und trotzdem ist bei vielen Menschen der Verlauf dann doch recht ähnlich.
Meistens ist es eine Verkettung von zu hohem Stress, Überlastung und einem sehr hohen Anspruch an sich selbst. Hier können auch die "inneren Antreiber", die jeder in sich trägt eine große Rolle spielen. Es kommt darauf an wie stark diese inneren Antreiber ausgeprägt sind. Anbei eine kurze Übersicht über die am stärksten vertretenen Antreiber. Leiht möglich, dass Du Dich in einigen wieder erkennst. Ebenso leicht möglich, dass es mehrere dieser inneren Antreiber sind die Du in Dir trägst. Wichtig ist, dass diese Antreiber nicht Dein Leben bestimmen sondern Du Herr im eigenen Haus bist und sie nur soweit zulässt dass es noch gesund für Dich selbst ist.
Die inneren Antreiber
•Das Modell der inneren Antreiber ist Teil der Transaktionsanalyse (TA), die in den 1950er und 60er Jahren von Eric Berne und Thomas Harris begründet wurde.
•Taibi Kahler entwickelte 1977 in Anschluss an die Transaktionsanalyse das Modell der inneren Antreiber
•Der Ursprung, welcher Antreiber sich besonders entwickelt, liegt meist in der Kindheit.
•Sei perfekt!
•„Ich muss es noch besser machen, ich bin nicht gut genug.”
•Von sich (und anderen) verlangen sie Perfektion, Vollkommenheit, Gründlichkeit, Vorbildfunktion, Präzision und Übererfüllung von Aufgaben oder Zielen.
•Mögliche Hinweise:
•gehen gerne ins Detail, sagen mehr als gefragt ist, erklären „haarklein“ und genau
•ordentliche Leistungen sind normal, aber wehe, es ist mal nicht perfekt Fehlerlosigkeit ist der Anspruch und das Maß, nach dem gemessen wird
•Eigenschaften
•streng, fordernd, unerbittlich, unnachgiebig (mit sich und anderen)
•lange Arbeitszeiten, schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis
•perfektionistische Ansprüche an Kollegen
•überzogene Kritik, „Negativ-Brille“, Positives ist selbstverständlich
•Ihm stehen folgende mögliche Erlauber gegenüber:
•„90 % an einem Tag ist besser als 100 % an dreien.“
•„Du bist gut genug wie du bist.“
•„Ich muss nicht alles wissen“, „Auch andere haben Schwächen.“
•Mach schnell!
•„Ich werde nie damit fertig werden.“
Bei wem dieser Antreiber stark ausgeprägt ist, der ist nie richtig dort anwesend, wo er sich gerade befindet.
Alles muss besonders schnell und sofort getan werden, möglichst mehrere Dinge gleichzeitig. Kennzeichnend sind Dynamik, Tempo, Arbeiten unter Zeitdruck und Stressresistenz.
•Mögliche Hinweise:
•typische Worte: „mach schnell, rasch, eben mal, kurz, aus Zeitgründen...“
•Eigenschaften
•unter allen Umständen Verlust von Zeit, Freude, Zuwendung vermeiden zu wollen
•starke Lösungsorientierung, die Analyse kommt oft zu kurz
•Details sind Sache der anderen
•Hang zur Kopflosigkeit
•verbreitet Hektik und Unruhe
•Ihm stehen folgende mögliche Erlauber gegenüber:
•„Nimm dir Zeit für dich.“
•„Ich darf mir die Zeit nehmen, die ich brauche.“
•„Ich darf Pausen machen.“
•Streng dich an!
•„Ich muss mich bemühen, wenn ich es auch nicht schaffe.“
•Der/die Betroffene zeichnet sich durch Pflichtbewusstsein, Fleiß und Einsatz aus. Quantität geht dabei vor Qualität. Erfolge, die nicht auf Anstrengungen basieren, taugen nichts.
•Mögliche Hinweise:
•beginnen Sätze, brechen ab und beginnen mit neuen oder anderen
•typische Worte: „versuchen“, „ich kann nicht, ich weiß nicht“, „wie bitte, was war das noch?“
•Eigenschaften
•Belohnung für das Versuchen schwieriger Dinge erreichen zu wollen
•Niederlagen durch Kontrolle über andere und durch extreme Frustrationstoleranz vermeiden zu wollen
•Ihm stehen folgende mögliche Erlauber gegenüber:
•„Ich kann auch in der Arbeit Spaß haben.“
•„Ich darf mich auch mal entspannen und Erfolge genießen.“
•Mach‘s allen recht!
•„Ich muss alle zufrieden stellen.”
•Menschen mit diesem Antreiber fühlen sich dafür verantwortlich, dass andere sich wohl fühlen, phantasieren jedoch häufig nur, was sich der andere eigentlich wünscht.
•Sie stellen ihre Bedürfnisse hinten an, richten sich danach, was andere erwarten und kommen dabei selbst zu kurz.
•Mögliche Hinweise:
•sind begierig zu wissen, ob sie ihre Sache gut gemacht haben und alles in Ordnung ist. Dabei fügen sie oft Worte ein, um die Reaktion des anderen zu erkunden, z.B. „nicht wahr?“, „Hmm?“
•nicken häufig mit dem Kopf, Körperhaltung wirkt geduckt, viel Blickkontakt mit dem Gegenüber bei geneigtem Kopf und gehobener Augenbraue
•Eigenschaften
•Verantwortungsübernahme und Aufopferung (für andere)
•Verbindlichkeit, Bescheidenheit, Loyalität, Selbstlosigkeit
•Ihm stehen folgende mögliche Erlauber gegenüber:
•„Meine Bedürfnisse und Wünsche sind auch wichtig.“
•„Gefall dir selbst.“
•„Ich muss nicht bei allen beliebt sein.“
•„Ich kann auch mal „nein“ sagen.“
•Sei stark!
•„Sie dürfen nicht wissen, dass ich schwach, ratlos bin.“
•Menschen dieses Antreibertyps haben gelernt, keine Zeichen der Schwäche oder Gefühle zu zeigen.
•Sie sind zurückhaltend, manchmal sogar stoisch. Sie verstehen es, sich zu beherrschen und vermitteln nach außen Haltung, Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen, Härte und Heldentum
•Mögliche Hinweise:
•sprechen nicht von sich selbst, sondern verwenden oft Worte wie „man“ oder Ausdrücke, bei denen sie zu sich selbst auf Distanz gehen, z. B. „solche Situationen bringen einen ganz schön unter Druck“, „das freut einen dann ja doch“
•lenken in Äußerungen von sich weg; Ursache für meine Gefühle und Handlungen liegt nicht bei mir, sondern beim anderen, z. B. „sie machen mich wütend“, „das Buch langweilt mich“
•Eigenschaften
•nicht um die Hilfe von anderen bitten
•Aufgaben nicht zu delegieren
•keine Hilfe angeboten zu bekommen, da sie ein „unerschütterliches“ Bild vermitteln
•Festbeißen an Aufgaben
•Ihm stehen folgende mögliche Erlauber gegenüber:
•Ich darf Gefühle zeigen und bin deshalb nicht schwach.“
•„Sei offen und zeig dich.“
•„Ich kann um Hilfe bitten und verliere nicht mein Gesicht.“
Quelle: Studentenwerk Oldenburg
Soweit zu den inneren Antreibern als eine der möglichen Ursachen wenn Menschen einfach weit über das hinausgehen was für sie noch gesund ist.
Denn wie gesagt:
Das Burnout-Syndrom ist eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund von Überlastung im privaten und/oder beruflichen Alltag.
Etwa 100.000 Menschen sind wegen Burnout krankgeschrieben, Tendenz steigend. Ursachen sind vor allem Frustration, Stress, Überlastung.
Die Entwicklung des Burnouts kann nach Freudenberg in 12 Phasen eingeteilt werden. Anbei zur Verdeutlichung eine Grafik hierzu.
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Burnout / Depression
Prävention
Die Frage aller Fragen ist natürlich: Was kann ich tun um ein Burnout zu vermeiden ?
Bei Betrachtung der Burnoutphasen im Diagramm ist noch Folgendes anzumerken. Den ersten 3 Phasen kann der Begriff der "idealistischen Begeisterung" zugeordnet werden. Den nächsten 3 Phasen die Bezeichnung "Stillstand und Stagnation". Die Phasen 7, 8 und 9 sind dann schon im Zustand welcher mit "Frustration" benannt werden kann. Und bei den letzten 3 Phasen ist man definitiv schon in der "Depression".
Und eine Depression ist eine wirklich schwerwiegende Krankheit, die neben psychischen Komponenten auch häufig physische Erkrankungen bewirkt. Eine Depression zu heilen kann je nach Ausprägung auch ein sehr langer Prozess sein. Somit ist es umso wichtiger einen Burnout in den Anfangsstadien frühzeitig zu erkennen. Denn in den ersten Phasen ist eine Heilung meistens noch relativ leicht möglich und damit kann dieser Kreislauf schnell gestoppt werden bevor er sich zu den oben genannten schwerwiegenden Symptomen entwickelt bis hin eben zur Depression.
Es gibt - nicht nur in Bezug auf diese Themen - wichtige Punkte im Leben von jedem auf die man achten sollte. Denn einige dieser Punkte lassen uns krank werden. Andere hingegen fördern und stärken unsere Gesundheit. Sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit.
Somit denkt selbst schon mal darüber nach was Euch gesund macht bzw. Eure Gesundheit erhält und welche Dinge das Gegenteil bewirken.
Gerne unterstütze ich Euch dabei.